Die richtigen Gläser zum Fermentieren

Die richtigen Gläser zum Fermentieren

Wenn du schon ein Weilchen dem faszinierenden Prozess der Fermentation verfallen bist, weißt du sicherlich, wie wichtig die Wahl der richtigen Gläser für dieses Abenteuer ist. Ob du nun saftiges Gemüse oder köstlichen Kombucha fermentierst, das richtige Glas kann den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Fermentationsprojekt und einer sauren Enttäuschung ausmachen. In diesem Artikel möchte ich mit dir etwas erklären wie du die richtigen Gläser zum Fermentieren finden kannst. Auch werde ich dir erklären welche Optionen es generell gibt und worauf du bei deiner Wahl achten solltest.

Warum die Wahl des Glases wichtig ist

Bevor wir in die verschiedenen Glasoptionen eintauchen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Gründe, warum die Wahl des Glases beim Fermentieren so entscheidend ist. Fermentation ist ein mikrobiologischer Prozess, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen das Ausgangsprodukt umwandeln. Während dieses Prozesses werden Gase freigesetzt, die den Druck im Glas erhöhen können. Wenn das Glas nicht korrekt verschlossen ist oder nicht in der Lage ist, den Druck zu regulieren, kann es zu unerwünschten Zwischenfällen kommen, wie zum Beispiel das Zerbrechen des Glases oder das Austreten von Flüssigkeit.

Gerade wenn du eine ganze Weile in der Küche standest und deine Fermente zubereitest hast, wäre das natürlich sehr frustrierend, wenn alles für die Katz gewesen wäre. Besser also etwas Zeit und Geld in die Wahl der richtigen Gläser zum Fermentieren investieren. Generell kann man zwischen 3 Optionen unterscheiden:

1. Gläser mit Bügelverschluss

Einmachgläser mit Bügelverschluss sind eine beliebte Wahl für viele Fermentationsliebhaber. Diese Gläser bieten eine dichte Abdichtung und sind in verschiedenen Größen erhältlich, was sie ideal für die Fermentation von Gemüse, Kefir oder Sauerteigbrot macht. Der Bügelverschluss ermöglicht es, überschüssiges Gas entweichen zu lassen, während keine Luft von außen eindringen kann. Achte darauf, dass der Gummiring, der den Deckel abdichtet, intakt ist, um eine optimale Fermentation zu gewährleisten.

Am besten achtest du beim Kauf gleich mit darauf passende Gewichte mit zukaufen. Diese sind wichtig, dass deine Fermente unter der Oberfläche bleiben um somit keinen Schimmel anzusetzen. Gewichte gibt es aus Glas oder Stein. Achte nur auf den richtigen Durchmesser. In meinem Artikel Die Bedeutung von Fermentationsgewichten erfährst du mehr nur zum Thema der Gewichte.

Wir haben uns vor einigen Monaten die Fermentgläser von SOFTCOREFOOD* gekauft. Das war ein 4er Set Gläser mit einem Volumen von etwa jeweils 1 Liter. Praktischerweise sind die passenden Steingewichte bereits mit inklusive. Preis-Leistung stimmt bei diesen Gläsern auf jeden Fall.

2. Glas mit Gärspund

Bildquelle: Amazon

Für diejenigen, die ihre Fermentationsprojekte genau im Auge behalten möchten, sind Gläser mit Gärspund eine hervorragende Wahl. Ein Gärspund ist ein kleines Röhrchen mit einem Zylinder, welches auf den Deckel des Glases gesetzt wird. So wird ein kontrollierter Gasauslass ermöglicht, ohne dass Luft oder Insekten eindringen können. Dies ist besonders nützlich, wenn du Bier oder Wein fermentierst. Diese Gläser sind in der Regel etwas teurer, bieten jedoch eine präzise Kontrolle über den Fermentationsprozess.

Ich persönlich verwende Gläser mit Gärspunden nur beim Bier brauen auf meinem Gärballon. Beim Gemüse fermentieren, komme ich gut mit den Bügelverschluss-Gläsern zurecht. Solltest du dich aber für diese Art von Gläsern interessieren, bietet sich das 28-teiliges Gär-Set von Artcome* an. Das Set besteht aus 5 Gärspunden, den nötigen Dichtungen sowie der passenden Gewichte. Als kleines Extra wird noch eine Silkonzange mitgeliefert, damit man sauber arbeiten kann. Die Gläser sind leider nicht Bestandteil des Sets.

Eine Gute Alternative dazu stellen die Fermentationsgläser von Kleemeiero* dar. Der Glas ist mit manuellen und automatischen Doppelluftventilen ausgestattet. So wird das während der Fermentation erzeugte Gas automatisch abgelassen. Wenn die Fermentation beendet ist, erleichtert das andere manuelle Ventil das Öffnen des Glases.

3. Twist-Off-Gläser

Bildquelle: Amazon

Twist-Off-Gläser mit Schraubverschluss sind eine bequeme Option für Anfänger. Sie sind oft günstig und in vielen Geschäften erhältlich. Jedoch können sie bei starkem Druck im Glas undicht werden oder sogar zerbrechen. Wenn du diese Gläser verwendest, achte darauf, den Deckel nicht zu fest anzuziehen, um den aufgebauten Druck entweichen zu lassen. Gegebenenfalls muss in regelmäßigen Abständen auch mal komplett aufgeschraubt werden um überflüssiges Gas entweichen zu lassen.

Ich verwende Twist-Off-Gläser zum Beispiel für Senf oder Sauerteig. Also dann wenn nicht extrem viel Fermentgase entstehen. Twist-Off-Gläser stellen eine günstige Variante da und lassen sich auch sehr gut für andere Zwecke wie zum Beispiel Einwecken und Einkochen verwenden.

Am günstigsten kommst du natürlich wenn du leere Gläser nach Benutzung aufhebst, reinigst und wiederverwendest. Viele Marmeladen- und Konservengläser, lassen sich prima weiterverwenden. Solltest du aber vielleicht viele Gläser auf einmal oder in einer bestimmten Größe benötigen, wirst du natürlich auch auf Amazon* fündig.

Worauf solltest du achten?

Egal für welche Glasoption du dich entscheidest, hier sind einige allgemeine Tipps, die du bei der Auswahl beachten solltest:

  • Materialqualität: Achte darauf, hochwertiges Glas zu wählen, das den Druck der Fermentation standhält.
  • Luftdichtigkeit: Dein gewähltes Glas sollte eine luftdichte Abdichtung haben, um unerwünschte Mikroorganismen fernzuhalten.
  • Druckregulierung: Wenn du Gläser ohne Gärspund verwendest, denke daran, den Deckel locker anzuziehen, um den Druck zu regulieren. Je nachdem was du fermentierst, könnte es auch nötig sein ab und zu etwas zu „entlüften“.
  • Größe: Wähle die Größe des Glases entsprechend der Menge an Ferment, die du herstellen möchtest. Zu viel freier Platz in einem Glas kann zu oxidativen Prozessen führen. Auf der anderen Seite darf das Glas aber auch nie randvoll sein.
  • Ersatzteile: Für Gläser mit Dichtungen oder Gummiringen, überprüfe regelmäßig den Zustand und ersetze sie bei Bedarf.

Fazit – Gläser zum Fermentieren

Die Wahl des richtigen Glases ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Fermentieren. Egal, ob du Einmachgläser mit Bügelverschluss, Gärspundgläser oder Twist-Off-Gläser bevorzugst, achte auf Qualität, Abdichtung und die Anforderungen deines speziellen Fermentationsprojekts. Besser du investierst am Anfang etwas mehr, als wenn du mehrmals nachkaufen musst.

Was sind deine Erfahrungen zu Fermentationsgläser? Hast du Empfehlungen für passende Gläser zum Fermentieren? Schreib es gerne in die Kommentare!

Daniel

Hi, ich bin Daniel und blogge hier auf Fermentationshelden rund ums Thema Fermentieren. Gerne lasse ich dich an meinen Erfahrungen teilhaben und freue mich auf einen regen Austausch, denn Fermentieren ist ein komplexes Thema wo es noch viel zu entdecken gibt.

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